Enrique Morente

Er wurde am 25. Dezember 1942 in Granada, im Stadtteil Albaicín, geboren und verstarb am 13. Dezember 2010 in Madrid während einer Operation.

Enrique Morente gilt als einer der bedeutendsten Flamenco-Sänger Spaniens und als ein großer Erneuerer des Genres, da er Flamenco mit Elementen aus Jazz und Rock verband. Zudem vertonte er Gedichte von Federico García Lorca, Rafael Alberti und anderen im Flamenco-Stil.

Anfänge

Im Alter von nur 15 Jahren zog er nach Madrid, wo er zusammen mit anderen jungen Künstlern verschiedene Flamenco-Lokale besuchte, um in Kontakt mit der Szene zu kommen. Dort lernte er unter anderem von Pepe de la Matrona und wurde bald unter dem Namen „Enrique el Granadino“ bekannt.

 

Seinen ersten Auftritt hatte er 1964 in der Flamenco-Peña Charlot.

Erste Erfolge

Nach zahlreichen Auftritten in Madrider Tablaos gelang ihm 1964 der Durchbruch mit Konzerten im spanischen Pavillon der Weltausstellung in New York sowie in der spanischen Botschaft in Washington.

1966 unternahm er mehrere Tourneen durch Europa und Japan. Ein Jahr später veröffentlichte er sein erstes Album „Cante Flamenco“, das sein umfangreiches Wissen und seine besondere Auswahl an damals eher ungewöhnlichen Stilen widerspiegelte.

Seine ersten fünf Alben, produziert von Hispavox, waren:

  • Cante flamenco (Hispavox, 1967)
  • Cantes antiguos del flamenco (Hispavox, 1968)
  • Homenaje flamenco a Miguel Hernández (Hispavox, 1971)
  • Se hace camino al andar (Hispavox, 1975)
  • Homenaje a don Antonio Chacón (Hispavox, 1977)
In den 1970er Jahren wurde er als „Meister der neuen Flamenco-Generation“ anerkannt und erhielt 1972 den nationalen Gesangspreis der Flamencología in Jerez. Für sein Album „Homenaje a don Antonio Chacón“ wurde er 1978 mit dem Nationalpreis für populäre Musik Spaniens ausgezeichnet.
 
Obwohl er keine klassische Ausbildung in Komposition hatte, schrieb Morente Musik für Fernsehen, Film und Theater.

Werke

1988 präsentierte er in Granada die Aufführung „El Loco Romántico“, basierend auf Don Quijote de la Mancha. Im selben Jahr führte er auch die „Misa Flamenca“ mit Texten von Lope de Vega auf. Er nahm zudem das Werk „En la Casa Museo de Federico García Lorca“ auf, das – wie zu erwarten – Texte des granadinischen Dichters Federico García Lorca enthält.

Seine Revolution des Flamenco

Enrique Morente zeichnete sich stets dadurch aus, den Flamenco weiterzuentwickeln, ohne seine traditionellen Wurzeln zu verlieren. Seine bedeutendste Innovation erfolgte 1996, als er gemeinsam mit der granadinischen Band Lagartija Nick das Album „Omega“ veröffentlichte.

Dieses Werk revolutionierte den Flamenco, indem es ihn mit Rockelementen verband und Gedichte von Federico García Lorca sowie Lieder des kanadischen Songwriters Leonard Cohen integrierte. An dem Album wirkten auch Künstler wie Tomatito mit.

Bedeutendes Werk

Im Jahr 2006 wurde sein Werk „Sueña La Alhambra“ bei den Nationalen Musikpreisen als eines der besten Flamenco-Alben ausgezeichnet. Im selben Jahr erhielt er die Goldmedaille für Verdienste in den Schönen Künsten.

2007 arbeitete er mit der Band Los Planetas am Album „La Leyenda del Espacio“, das an Werke von Camarón de la Isla erinnert.

Das Leben von Enrique Morente

Morente war mit der Tänzerin Aurora Carbonell verheiratet, mit der er drei Kinder hatte: Estrella, Soleá und Kiki – alle ebenfalls Flamenco-Künstler. Die Beziehung zwischen Enrique und Aurora war sowohl privat als auch künstlerisch von großer Bedeutung, da sie ihre Leidenschaft für den Flamenco teilten und gemeinsam an zahlreichen Projekten arbeiteten.

Morente war zudem bekannt für seine tiefe Verbindung zur spanischen Kultur und Geschichte, die sich in seinen Werken widerspiegelt – insbesondere durch den Einfluss von Autoren wie Federico García Lorca.

Enrique Morente verstarb am 13. Dezember 2010. Zweifellos hinterließ er ein bedeutendes Erbe in der Welt des Flamenco und der Musik im Allgemeinen. Bis heute lassen sich zahlreiche Künstler von seinem Werk inspirieren.